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Von Tränen am Jogurtregal. [Und genereller Begeisterung für Hans Zimmer]

Hans Zimmer Zitat-1

Letzte Woche haben wir den Film „Score“ gesehen und ich war sehr inspiriert von dem obigen Hans Zimmer Zitat. Er beschrieb, wie seine Arbeit ihn manchmal durch quälende Phasen schickt. Und trotzdem sagt er: „I love, love, love what I do“. Wow.
Kurzerhand habe ich mich mal im Handlettering versucht – es ist nicht perfekt geworden, aber den Inhalt der Aussage habe ich währenddessen umgesetzt, hehe. Das Zitat hat mich daran erinnert, dass ich schon mal was geschrieben hatte, das mit Hans Zimmers Musik zu tun hatte. Also habe ich in meinen Entwürfen gekramt und voilá, ein Post aus Oktober 2016, der nie online ging. Da waren meine Mädchen 3 und 1 und ich am Rande meiner Kräfte. Und weil ich finde, dass man auch mal was Altes posten kann, mache ich das heute! Los geht’s:

Diese ganze unfassbare Kiste mit den Schwangerschaften und dem Kinder-kriegen-und-haben hat in mir so viel aufgewühlt und auf den Kopf gestellt. Ganz vorn dabei: Das „zu-viel-fühlen“.

Vor den Kindern war ich schon ein wenig sensibel, aber eher so, sagen wir „medium“. Ich wollte nie besondere Hege und Pflege haben, dafür war ich viel zu stolz. Statt einem zarten Pflänzchen war ich lieber eine toughe Sau und so wollte ich auch bleiben. Ich war unkompliziert, ich war selbstmotiviert, ich war vor allem unfassbar zielstrebig und ehrgeizig und staaahlhart.

Hmja. Und dann bin ich Mutter geworden. Au weia. Denn mit der Mutterschaft kamen die Tränen. Über alles. Über die Schrecklichkeit der Welt und über eine kleine Rötung am Bauchnabel des Babys. Über vollgekotze Bettwäsche und aufgrund der Sehnsucht nach erholsamem Nachtschlaf. Ich habe geweint, wenn ich daran gedacht habe, wie es Flüchtlingen in diesem Moment geht und noch mehr geweint bei der Vorstellung, dass junge Mütter wie ich unter den Flüchtlingen sind und genauso weinen wie ich, nur noch viel schlimmer. Ich habe geweint, weil ich so viel weine. Ich weine beim Gedanken daran, meine Mädchen eines Tages vielleicht im Brautkleid zum Traualtar schreiten zu sehen. Ich weine bei der Vorstellung, dass ich sterben könnte, während sie noch ganz klein sind. Ich weine, weil ich in meiner Chaos-Wohnung nicht atmen kann. Und vor dem Jogurtregal. Da stand ich gestern und habe die Tränen hochsteigen fühlen, ohne ersichtlichen Grund, einfach nur so, aus prinzipieller Erschöpfung. Dann habe ich mich zusammen gerissen, durch geatmet und weiter eingekauft. Später hab ich gemerkt – ich hab den Jogurt vergessen! Ich stand vor dem Regal und hab ihn vergessen. Eieiei. Also hab ich eine Packung Jogurt genommen und den sichersten Platz im Einkaufswagen gesucht – nicht auf den Trauben, links ist auch alles voll, am besten ich stell ihn rechts oben in die Ecke… Wo natürlich schon einer steht. Hatte ihn doch schon geholt. Dann bin ich zurück ans Jogurtregal und musste tatsächlich weinen – weil ich mir noch nicht mal für 3 Minuten merken kann, ob ich Jogurt gekauft habe oder nicht.

Aber – oh Gott sei Dank, es gibt ein „aber“! – hatte ich neulich die Erkenntnis. Wir saßen im Auto und sind durch Sonnenschein und schönste Landschaften gesaust. Irgendwas hat mich daran erinnert, dass wir in Spanien mal völlig unerwartet in ein Konzert geraten sind, in dem „The Black Pearl“ aus dem Film „Fluch der Karibik“ von einem Orchester gespielt wurde. Komponiert von Hans Zimmer*. Das hab ich schnell raus gesucht, laut gedreht und das ganze Auto hat nur so vibriert vor Herrlichkeit, Sonnenschein und dramatisch ergreifender Musik.

Da habe ich es begriffen. Das viele Fühlen ist auch ein Geschenk. Es macht mein Leben reich. Es macht mich fürchterlich empfänglich für Details, für Nuancen und für Schönheit, an der Andere vielleicht vorbei rauschen. Es macht mich fähig tief zu empfinden, stark begeistert zu sein und die Welt nicht nur in all ihrer Abscheulichkeit wahrzunehmen, sondern auch in all ihrem Glanz. [und da ist so viel Glanz, wenn man mal hinsieht!]

Seither habe ich meinen Frieden mit dem vielen Fühlen gefunden (oder bin noch dabei). Aber jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss sehr emotionale Musik hören und alle Herrlichkeit der Welt in jeder Faser meines Körpers wahrnehmen.

Eine vielfühlige Bini

Edit im Jan. 2018: Das mit dem Weinen ist gemeinsam mit der generellen Erschöpfung weniger geworden, Gott sei Dank! Aber viel-fühlen ist wohl der neue Standard bei mir… ;)
*ich korrigiere: „the black pearl“ wurde von Klaus Badelt komponiert und zusammen mit Hans Zimmer produziert. Wer’s ganz genau wissen will, kann bei wikipedia nachlesen.

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Von einem Wunder aus 2017. [Oder wie Gott es fertig gebracht hat, mir etwas anzukündigen und mich dann doch noch damit zu überraschen.]

Ich habe auf das letzte Jahr zurück geschaut und festgestellt, 2017 gab es eine Vielzahl an kleinen und großen Wundern in meinem Leben. (Es gab auch die ein oder andere Sache, über die man sich nur wundern kann, hhmja, Einschlaf-Terror zum Beispiel. Argh. Wie unsere Ehe das Jahr mit nur einer handvoll gemeinsamer Feierabenden überstanden hat – das ist auch schon wieder ein Wunder…)

Aber ich wollte ja von was ganz anderem erzählen und zwar:

Wunder #1: ein Ort zum Schreiben.

Für eine lange Zeit im Jahr 2017 wollte ich gern Umziehen, weil mir zu Hause ein paar wichtige Dinge zum Schreiben gefehlt haben. Ausblick und Fernblick, um genau zu sein. Das klingt jetzt vielleicht, als wäre es unerheblich, wohin man blicken kann beim Schreiben, wenn man doch eigentlich die meiste Zeit dahin blicken sollte, wo man schreibt, aber oh, es macht einen grandiosen Unterschied. Oh ja. (Und außerdem gab es auch noch ein paar andere Gründe zum Ausziehen, darunter: die zwei Stockwerke nerven, die kleine Küche ist klein und überhaupt, ÜBERHAUPT findet irgend etwas in mir es empörend, mehr als vier Jahre am selben Ort zu leben. Pah! Allerdings, dass muss ich auch zugeben, gibt es auch ein oder zwei Gründe um hier zu bleiben: das Zusammenleben mit unseren herrlichen Nachbar-Freunden, der Hof, der in der Stadt ein wahres Geschenk ist, die Miete die unvergleichlich zahlbar ist… Hm.) Aber zurück zum Fernblick. Ich wollte ihn. So sehr. Davon habe ich auch meiner Freundin Rebecca bei einem Spark-Treffen erzählt (bei Spark beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir Glauben im 21. Jahrundert leben wollen). Und während wir darüber gequatscht haben, kam Mark zu uns, ein cooler Kerl, den ich bis dahin noch gar nicht kannte. Und er kannte mich nicht. Und er sagt zu mir:

Als ich gebetet habe, hatte ich den Eindruck, dass Gott dir Raum schenken möchte. Ich habe dich auf einem Speicher sitzen sehen, der weiß gestrichen war. Du saßt in einem Sessel und du warst sehr zufrieden, weil das dein Ort war. Er war zwar anders, als du es gedacht hast, aber du warst glücklich.

Das war mal ’ne coole Ansage. Ein Wohnung mit Speicher musste her! Oder ein Haus! Du liebe Zeit! Also habe ich geschaut und gebetet, habe mich gefragt, wo es hingeht und noch ein bisschen mehr geschaut.
Nichts.
Dann kam der Frühling und unsere Nachbar-Freunde über uns sind auf die andere Straßenseite gezogen (zugunsten von 2 Balkonen, wer kann ihnen das verübeln?). Wir hatten also die Wohnung über uns frei und sie blieb für einige Wochen frei, bis unsere neue, nette Nachbar-Freundin einzog. In der Zwischenzeit hatte die geniale Christiane eine Idee: Komm wir nutzen die leere Wohnung als Pop Up Studio. Hurra! Wir trafen uns zum Kunst machen und quatschen und es war herrlich. Da mein Schreibtisch nun eh dort oben stand, bin ich auch morgens hoch gegangen um zu schreiben und mit Gott zusammen auf den Baum neben unserem Haus zu schaun.
Das Problem war nur, dass Gott und der Baum und ich, dass wir wirklich sehr gut miteinander zurecht kamen. Wirklich extrem gut. Und keiner wollte damit aufhören. Aber unsere neue, nette Nachbar-Freundin hatte bereits einen festen Umzugstermin und wir mussten die leere Wohnung wieder vollständig leer machen. Was machen wir nur, fragte ich die geniale Christiane und wie erwartet hatte sie wieder eine grandiose Idee: Sie streckte ihren Zeigefinger gerade nach oben und sagte: wir haben ja noch einen Speicher.

Oh.

Möglicherweise habe ich laute Geräusche von mir gegeben. Möglicherweise habe ich meinen Kopf auf die Tischplatte gelegt (oder von der Schwerkraft legen lassen, wer kann das schon so genau sagen?). Möglicherweise habe ich eine andere dramatische Geste gemacht. Definitiv zu sagen ist: Meine Fresse. Dann haben wir den Speicher in einer Hau-Ruck-Aktion leer geräumt, meinen Schreibtisch hoch verfrachtet, ich habe die kleine Dachluke aufgemacht und war zu Hause.
Aaaah. Herrlich, einfach herrlich.

*Speicherplatz*

Und so hat mir mein Freund Gott einen Ort zum Schreiben geschenkt. Aber es ist nicht der einzige… (Fortsetzung folgt!)
(Und zwar am nächsten Freitag. Ich habe nämlich vor wieder öfter zu bloggen! Aber nicht unbedingt immer mit so fürchterlich langen Titeln… ;))

eine Bini mit mehr Speicherplatz

P.S. Es ist nicht so, dass wir nicht selbst nach dem Speicher Bild an den Speicher gedacht haben. Ist ja durchaus naheliegend. Bloß habe ich ihn direkt ausgeschlossen (und dann vergessen), weil er so voll war. Wirklich, wirklich voll. Aber als ich durch die Zeit in der leeren Wohnung bereits erfolgreich süchtig nach Baum-Gott-Bini war, schien es auf einmal denkbar den Speicher leer zu räumen. Manchmal braucht man wohl so kleine Umwege, die einem auf die Sprünge helfen…

P.S. …und man braucht eine geniale Christiane. Die sollte wirklich jeder haben!

 

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Frohmarkt! und neue Kunst (+Geschichte)

Der Pinsel und ich, wir sind ja noch immer dicke Freunde. Ich mache meine brush script Kunst in erster Linie, damit ICH mein Leben auf die Reihe bekomme (denn sind wir mal ehrlich: das Leben ist schwer. Ich hab es so gut, bin dankbar für meine Familie und so so so Vieles und trotzdem ist das Leben echt schwer manchmal. Oder?)
Darum muss ich mir gute Gedanken oder nette Sachen, die mein Freund Gott gesagt hat oder einfach Dinge, an die ich mich erinnern will unbedingt für mich festhalten.

Und wenn das dann auch noch für jemand anderen inspirierend oder ermutigend ist, freut es mich umso mehr! Online verkaufe ich meine Arbeiten ja bei juniqe.de/sabrina-hofmann und im Oktober habe ich auch offline zum ersten Mal einen Pop Up Shop gewagt. Da war ich vorher ganz furchtbar cool und abgeklärt und bin im letzten Moment noch wahnsinnig nervös geworden. Eieiei. Es ist halt doch eine sehr persönliche Sache. Umso schöner, dass der Shop wirklich gut gelaufen ist, ich sehr nette und ermutigende Gespräche hatte und dankbar nach Hause gefahren bin.

Und weil es so gut war, habe ich mich seeeehr gefreut, dass mich Julia aus Heidelberg neulich gefragt hat, ob ich beim Frohmarkt im Action House mitmachen will – klar! Hurra! Und morgen geht’s los!

Dort werde ich auch ein paar neue Sachen verkaufen, darunter eine, die ich besonders mag. Hier kommt die Geschichte dazu:

Emptiness.

Als wir letztes Jahr mit zwei Kindern unter 3 auf Elternzeit-Reise mit dem Camper durch Südfrankreich und Nordspanien unterwegs waren, wurde uns sehr schnell klar, dass das alles in der Theorie sehr viel traumhafter klang, als es in der Wirklichkeit dann war. Die Kinder entschlossen sich wechselseitig zum Schlaf-Boykott, im Mini-Heim herrschte Dauerchaos und wir hatten nicht bedacht, dass wir täglich 297 Mahlzeiten zubereiten mussten. Oh boy. Wenn dann sehr spät doch endlich alle schliefen, setzten wir uns vor den Bus ins Tages-Chaos und schauten auf ein paar traumhafte, idyllische, französische Berge. Dort haben wir entdeckt, wie herrlich und wie erfüllend Stille und Weite sein kann. Um das fest zu halten, habe ich zu Hause direkt den Pinsel in die Hand genommen. Um uns daran zu erinnern das Handy weg zu legen, das Chaos mal Chaos sein zu lassen und uns in ein paar stillen, glücklichen Momenten beim nichts-tun von Gott füllen zu lassen.

emptiness

Eine Stille-suchende Bini

P.S. Wer sich auch gerne an Stille& Leere erinnern möchte: „Emptiness“ gibt’s direkt hier bei juniqe und offline vom 08.-11.11. auf dem Frohmarkt in Heidelberg! Yeah!

 

 

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*YOU ARE HERE

Willkommen 2015! Willkommen neue Abenteuer! Willkommen kleines Innenkind!

16 weeks-3.jpg[16 Wochen]

Wie bei der letzten Schwangerschaft habe ich vor, meinen wachsenden Bauch wöchentlich zu dokumentieren. Und dazu möchte ich noch etwas sagen:

Die Wahrheit ist: Das ist für mich mehr, als ein kleines Fotoprojekt. Ich brauche das. Schwangerschaft ist ganz und gar wundervoll und zauberhaft. Für viele, viele glückliche Frauen ist es eine Zeit, in der sie durch ihr Leben schweben und strahlen. Ich gehöre nicht zu diesen Frauen. Ich muss schweren, traurigen Herzens zugeben, dass für mich schwanger sein eine ganz und gar elende Zeit ist. Ich bin nicht ich. Oder nur eine sehr, sehr doofe Version meiner selbst. Ganz schön schade, oder?

16 weeks-1.jpg

Und weil ich mich aber in Wahrheit auf dieses Kind FREUE und weil wir es uns gewünscht haben (auch wenn wir ab und an Muffensausen gigantischen Ausmaßes bekommen), möchte ich nicht nur Meckern, sondern auch etwas machen, um diese Schwangerschaft zu FEIERN und nicht nur irgendwie durch zu stehen. Darum mache ich die Fotos. Weil ich mich vorfreuen will und begeistert sein will und Gott DANKE sagen will für dieses Wunder in meinem Bauch. Es ist nicht selbstverständlich, sondern ein riesiges Geschenk. Das weiß ich und ich bin dankbar schwanger sein zu dürfen.

Und das schöne an der zweiten Schwangerschaft ist, dass ich genau weiß, dass all die Furchtbarlichkeit, die ich im Moment fühle, auch wieder verschwinden wird. Dass es nur eine unschöne Phase ist, aber dass das Leben wieder schön wird. [ Und ich habe die leise Vermutung: schöner als vorher!]

16 weeks-2.jpg

Also: Ein Hoch auf sich*kacke*fühlen*und*trotzdem*feiern.
Ein Hoch auf einen*neuen*wundervollen*Menschen und
ein Hoch auf mit*kreativen*Projekten*die*Zeit*versüßen!

Eine leidende, schwangere, dankbare Bini

P.S. Nein, es ist kein Zufall, dass ich dasselbe anhabe, wie beim Start der 1. Bauch*Reportage… Ein lustiger Vergleich (und mein Bauch ist schon viiiel größer diesmal!). Hier bin ich auf den Tag genau so schwanger wie jetzt:

Bauch*Reportage*16-1

Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen so bringen werden…

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herzrasen, mal wieder.

script school
Mit der Kunst ist es so eine Sache in meinem Leben. Sie hat immer mal ein anderes Gesicht (Nähen, Kleben, Schneiden. Knipsen, Pinseln, Schreiben.), aber immer fühlt sie sich ähnlich an: Mein Herz klopft in der Nacht so stark, dass ich nicht schlafen kann.
[was ich dann mache? In amerikanischen Rezepten stöbern, meistens hier]

Und gerade ist wieder so eine Phase, in der ich kaum schlafen kann und am liebsten jede freie Minute so verbringen würde:

sript school

Denn seit ich eine online class bei einer meiner Lieblingskünstlerin Kal Barteski mache, kann ich mich kaum retten vor Begeisterung. Dieser Pinsel ist wundervoll und hilft mir aus zu drücken, was drinnen vorgeht. Gut ist das. Sooo gut.

Und was ich am Ende dann vor mit liegen haben, hat mich mehr begeistert, als ich mich traue zu sagen. Mal sehen, was ich daraus machen kann… [und ich zeig auch bald mal was, versprochen!]

script school

Mein Herz rast. Nur während dem Mittagschlaf oder wenn ich es schaffe vor der kleinen Norali aufzustehn, aber oh, es rast. Hhm, herrlich.

Eine pinselschwingende Bini