Alle Artikel in der Kategorie “Familie

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Von wütenden Clowns und Erfolgen, die man feiern muss.

21 weeks
[21 Wochen. Dank der Faschingsfeier in der Kita mitsamt einem kleinen Clown]

In letzter Zeit habe ich öfter darüber nach gedacht, wie ich als Mama meine Erfoge feiere. Im Moment: gar nicht. Und das ist eigentlich schade.

Ich weiß noch ganz genau, wie es sich angefühlt hat, nach einer Woche post-Kaiserschnitt im Krankenhaus entlassen zu werden. MIT diesen niegelnagelneuen, klitzekleinen Baby, das so zart, rein& perfekt war. Ich dachte vor allem, ich habe doch überhaupt keine Ahnung, was ich hier tue. Irgendwie haben wir es aber hinbekommen. Die kleine Norali hat getrunken& geschlafen, ist gewachsen, hat gespielt und kaum dachte ich „ah, so mache ich das wohl“, schwups, schon war wieder alles anders. Die ersten Worte kamen und das erste „Nein!“ (was sie inzwischen erweitert hat um „Nein! Magichnich!“, was sich meisten bezieht auf Gesicht waschen, Pulli anziehen, Nase schneuzen. In dieser Reihenfolge.) Und wieder denke ich „boah, keine Ahnung, wie ich damit umgehe.“

Und tatsächlich habe ich Wege gefunden und es funktioniert im Moment ganz gut (meistens). Und inzwischen weiß ich natürlich, dass es dabei nicht bleibt. Dass ich im einen Moment denke „ah, so mache ich das“ und wenn ich mich umdrehe, schwups, schon ist sie in der nächsten Phase und ich denke mir „puh, keine Ahnung“. Und darum, DARUM habe ich überlegt, dass ich dringend meine Erfolge feiern muss. Mir selbst auf die Schulter klopfen und sagen „gut gemacht!“. Und vielleicht auf ein schönes Mama-Tochter-Kuchen-Date gehen. Denn dass sie halbwegs ordentlich am Tisch sitzt und alleine isst, dass ist definitiv auch ein Erfolg, den ich feiern kann!

Eine immer lernende-und-feiernde Bini

P.S. Und weil ein kreischender Clown furchtbar süß aussieht, kommt hier noch mein Lieblings-Outtake Bild von unserem 20 Sekunden Shooting…

21 weeks

 

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Tomorrow, tomorrow…

Morgen. Morgen fängt die Krippe an.
Ich bin überzeugt davon, dass es ein guter Schritt ist, weil die kleine Norali andere Kinder so unfassbar cool findet. Ich bin überzeugt davon, dass besonders sie, aber auch wir beide davon profitieren werden.
Aber mein armes, junges Mama-Herz ist schon ein wenig schwer und wehmütig bei diesem ersten kleinen Abschied. Und es ahnt, dass es um das Abschied-nehmen wohl noch oft gehen wird in unserer Zukunft und dass es sich besser jetzt schon mal daran gewöhnt. Menno. Ich hab sie doch gerade erst bekommen und jetzt muss ich schon ein wenig loslassen? Menno.

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Aber ich freue mich auf die neue Zeit (wirklich: ich für meinen Teil bekomme ja schiere Unmengen von NEUER Zeit) und ich freue mich, dass dieser neue Abschnitt anfängt. Ich bin gespannt, wie es die kleine Norali prägen und bereichern wird. Wirklich, ich freu mich.

Aber heute Abend, da ist mein armes Mama-Herz auch sentimental, jawohl.

Eine wehmütige Bini

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Über ein Papakind [und über Liebe, die bedingungslose].

Papakind-1Gestern war kein guter Tag für die kleine Norali und mich. Nach unserem Urlaub hatte sie – wie immer nach Urlauben – die ganz, ganz große Papa-Sehnsucht. Ist ja auch schöner, wenn er da ist, das sehe ich genauso.

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Papakind-2Papakind-2Papakind-1Aber gestern war es besonders schlimm. Nach dem Mittagschlaf stand sie völlig zerknautscht& verpennt in ihrem Bett, hat ganz herzzerreißend nach ihrem Papa gerufen hat und sich nicht trösten lassen, sondern in eine kleine emotionale Krise reingesteigert. Irgendwann habe ich die Mama in mir links liegen lassen und getan, was jedes Mädchen an meiner Stelle getan hätte –  auch geheult.

Weil es sich so doof anfühlt, die zweite Geige zu spielen. Weil ich mir so dämlich vorkomme, dass ich meinen Tag, meine Kraft, meinen Tatendrang, meine Energie, meine Liebe, fast all meine Zeit für sie aufwende und an ihr ausrichte und dann nur „Pappa?“ höre. Weil ich auch so vermisst und geliebt werden mag und nicht nur „auch gemocht“. Denn – na klar – sie mag mich sehr! Da bin ich mir sicher. Aber den Papa, den mag sie noch lieber. (Und ja, es ist krass sich so zu fühlen und noch krasser das so öffentlich zu zugeben. Aber ich glaube ehrlich gesagt, dass ich nicht die einzige bin, der es ab und an so geht. Hat jemand Tipps, Erfahrung, Ermutigung?)

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Für den Rest des Tages war ich ein wenig gebeutelt. Und am Abend habe ich Zeit mit meinem Freund Gott verbracht und darüber nachgedacht, wie traurig mich das macht. Aber als ich dann an sie gedacht habe, ist plötzlich alle Bitterkeit verflogen. Und mir ist klar geworden, dass ihre Zuneigung für mich nichts an meiner Zuneigung für sie ändert. Weil ich nichts dagegen tun kann, dass ich sie von ganzem Herzen, mit aller Kraft und ohne wenn und aber lieb habe. Dass ich mich nicht retten kann vor Begeisterung und dass meine Zusage für sie steht und niemals und durch nichts wanken wird. Ob sie mich mag oder nicht, ob sie mich traurig macht oder nicht, ob sie mich zur Weißglut bringt oder nicht, ob sie meine Zuneigung erwiedert oder nicht – es macht keinen Unterschied darin, wie unfassbar stark und fest und für immer ich sie lieber hab, als ich sagen kann.

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„Siehst du,“ sagt mein Freund Gott dann zu mir, „so geht’s mir mit dir auch.“ Oh, echt? So sieht Gott mich? Egal ob ich mir Zeit für ihn nehme oder nicht, ob ich versuche ihm Freude zu machen oder nicht, ob ich mein Leben mit ihm teile oder nicht, ob ich ihn traurig mache oder nicht, seine Zusage für mich steht felsenfest und er hat mich mehr lieb, als er mir sagen kann.

Krass. So ist das wohl mit der Liebe. Sie glaubt alles und hofft alles und gibt niemals auf. Und ich bin von ganzem Herzen dankbar dafür, so eine Liebe erleben zu dürfen – sie selber zu fühlen und mir sicher zu sein, dass sie mir genauso gilt.

Mamakind

Eine bedingungslose Bini

PS: Aber oh, wie war das schön, als die kleine Norali neulich nachts aufgewacht bist und auf Papas Arm nicht zur Ruhe kam und immerzu „Mama?“ gefragt hat. Und dann auf meinem Arm zufrieden eingeschlafen ist. Vielleicht hat sich das Mädchen in mir zu früh Sorgen gemacht und es sind doch nur Papa-Phasen und Mama-Phasen…

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Liebe kleine Norali,

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alles an dir ist neu, mein kleines Mädchen. Niegelnagelneu. Dein linkes Ohr, deine Art ein Huhn nachzuahmen, dein Vertrauen in die Menschen. Besonders bei letzterem ist es so schön zu sehen, wie unvoreingenommen und positiv du anderen Menschen begegnest. Und gestern, da ist mein Herz ganz schwer geworden, als du mit deiner kleinen Freundin zusammen spielen wolltest, aber die Freundin lieber zu allem „Meins! Alleine!“ gesagt hat. Ich bin sicher, das wirst du eines Tages verstehen und eine zeitlang auch so sehen, denn das ist eine Phase, die kommen und gehen wird. Aber gestern hast du es nicht verstanden. Hast deine kleinen, feinen Augenbrauen angestrengt gerunzelt und dann einen weiteren Versuch unternommen. Und noch einen. Geerntet hast du nur Geschrei und das langsam einsetztende Dämmern, dass du nicht mit Lesen darfst. Oh, dein Gesichtsausdruck – das hat mir das Herz ein klein wenig gebrochen. Und es hat mich ziemlich viel Kraft gekostet, dich das erleben zu lassen und nicht einzugreifen. Denn das ist die Wahrheit, die jede Mutter wohl irgendwann realisieren muss: Ich kann dich nicht beschützen. Klar, vor tropischen Krankheiten hoffentlich und vor Unwetter und vor Bauchschmerzen durch zu viel Schoki. Aber die vielen Menschen da draußen, die werden dich ab und an enttäuschen und verletzen. Das fängt jetzt schon an und es wird immer wieder so sein, da bin ich sicher.

Was ich dir aber sicher sagen kann, mein kleines, wundervolles Mädchen ist, dass es nicht an dir liegt (bestimmt wird das später mal anders, aber gestern war es einfach die Phase deiner Freundin). Dass es nichts über dich aussagt. Dass du wunderwunderwundervoll bist. Und wertvoll. Und so so geliebt, immerzu und überall. Von mir und noch mehr Menschen.

Und weißt du was, mein kleines Mädchen, von dem ich so viel lerne? Als ich gestern Abend darüber nachgedacht habe, wurde mir auf einmal klar, dass Gott genauso zu mir redet in bestimmten Situationen mit Menschen, in denen ich sehr verletzt worden bin. In anderen Situationen bin ich sicher nicht schuldlos, aber in diesem Fall sagt mir Gott, dass es nicht an mir liegt und nichts über mich aussagt. Dass mein Wert nicht dort liegt. Und dass er mich wunderwunderwundervoll findet.

Oh, mein kleines Mädchen, so viel haben wir noch zu lernen. Ich und du. Die Sache mit dem Leben und den anderen Menschen ist nicht leicht. Ich wünschte, ich könnte dich beschützen, aber es geht nicht. Stattdessen hoffe ich, dass ich es schaffe, dir diese eine einzige Sache bei zu bringen: wie unendlich und unfassbar cool du bist. Und wie wunderwunderwundervoll wir dich finden, Gott und ich.

Deine restlos-begeisterte Mama

P.S: Dein Papa übrigens, der findet dich sicherlich nicht „wunderwunderwundervoll“. Der findet eher, dass du die coolste Socke unter 2 bist, die er je getroffen hat. (Und das finde ich auch!)

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Tagesziele und anderer Irrsinn [und wie Schokopudding alles gut macht].

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Diese Kind. Es ist herrlich. Und eine Fortbildungsprogramm für meine Persönlichkeit. Ich glaube, mich hat das mit dem Eltern-werden (und Eltern-sein) so heftig erwischt, weil es mich so so sooo viel lernen lässt. Das klingt jetzt so positiv… Aber manche Sachen (besonders Sachen über mich selbst), hätte ich lieber nicht gewusst.

Zum Beispiel das mit meiner rettungslosen Produktivitäts-Abhängigkeit. Ich bin ein to-do-Junkie. Besser noch ein getan-kriegen-Junkie. Und wenn meine kleine Norali entscheidet, dass heute ein Tag ist, an dem wir uns bitteschön im 50 cm Radius voneinander aufhalten, sie keine Sekunde ohne Aufmerksamkeit ertragen kann und außerdem noch auf den langen Mittagsschlaf verzichten (und stattdessen zwei kurze Nickerchen in der Trage auf Mamas Rücken machen) möchte, oh ja, dass ist dann so ein Tag, an dem nicht viel erledigt wird.

So ein Tag war gestern. Aber weil ich diese Tage inzwischen schon kenne, war ich gestern furchtbar gewitzt und habe bereits am Morgen meine Tagesziele umdefiniert. Der Haushalt hatte B-Priorität, Ziel Nr. 1 war es mit möglichst wenig „Geduld-verlieren-und-Stimme-erheben“ durch den Tag zu kommen. Denn das, liebe Freunde, ist eine Herausforderung für mich sanfte, ausgeglichene, liebevolle, perfekte Mama. Hm, hm. Eine der Sachen, die ich lieber nicht über mich gelernt hätte.

Als der weltbeste Ehemann dann am Abend nach Hause kam, habe ich ihm stolz erklärt, dass die Spüle voll dreckigem, die Spülmaschine voll mit sauberem Geschirr steht, dass der Trockner fertig ist und insgesamt drei saubere Wäscheladungen zusammen gefaltet werden müssen, dass die Tasche mit den Einkäufen noch in der Küche steht, die man ja zum Glück durch das Chaos im Flur nicht betreten kann und ich TROTZ ALLEM mein Tagesziel erreicht habe und nahezu gar nicht laut geworden bin. Ha!

[Heute hat das nicht so gut geklappt. Aber für solche Tage gibt es dann ja immernoch Schoko-Sahne-Pudding zum Feierabend. Oh, wie gut.]

Eine lernende Bini

P.S. Ist es komisch, dass ich ein Foto von meinem Schokopudding-Feierabend mache? Macht nix. Ich hab’s trotzdem gemacht, weil ich mich auch an diese Zeiten meines jungen Mutterglücks erinnern will: Der süße Moment, wenn das Kind schläft.