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DomiundBini 2.0

Bauch*Reportage*39-1
[vor vier Jahren: Das letzte *vorher* Bild von uns zweien, quasi DomiundBini 1.0]

Über die eigene Ehe zu sprechen ist ja ganz leicht – so lange alles leicht ist. Und schwieriger wird’s, wenn’s schwieriger wird. So wie bei uns in der letzten Zeit. Schwierig sind nicht unbedingt wir (im Gegenteil, wir sind toll!), schwierig sind unsere Umstände. Kinder werden synchron-krank, Unterstützung fällt aus, berufliche Ambitionen zerren an dem ein oder anderen Teilnehmer unserer Ehe und unter all diesen Einflüssen werden auch wir ein wenig schwierig. Jeder auf seine Art natürlich. Und der Tiefpunkt ist dann, wenn man sich nach einem Tag voll 27 Wäschebergen und nörgelig-fiebernden Kinder auf der einen Seite und  27 anstrengende Meetings und keine Verschnaufspause auf der anderen Seite trifft und genau das tut, was jedes andere gute Ehepaar an unserer Stelle auch tun würde: Vor Erschöpfung streiten.

Gott steh uns bei.

An einem dieser denkbar anstrengenden Abende sind wir auf einen Kernpunkt gestoßen. Es ist ein Cliché und ein Klassiker unter den ehelichen Uneinigkeiten, aber das macht es nicht weniger fies. Es geht darum, dass sich durch unsere traditionelle Rollenaufteilung (Mann = Arbeit, Frau = Familie) unser Alltag grundlegend unterscheidet und das gegenseitige Verständnis nachlässt. Und das ist neu für uns.
Wir haben uns 1999 als Schüler kennen gelernt. Da waren wir 14 und 15 Jahre alt [an dieser Stelle  sämtliche Herzchen-emojis einfügen]. Wir sind ein Paar geworden und haben eigentlich alles Wichtige parallel gemacht. Wir waren zusammen in der Schule, wir haben gemeinsam Jugendarbeit gemacht. Wir haben zusammen studiert und waren zusammen in NYC. Wir haben gleichzeitig unsere Abschlussarbeiten geschrieben, haben gemeinsam am Aufbau vom heimathafen gearbeitet (ich natürlich weniger), haben gemeinsam eine Familie gestartet und BÄM! Hier trennen sich die Wege.

Fakt ist, wir wollen so leben. Der heimathafen ist trotz aller Kosten Dominiks Traum und meine Entschlossenheit ihn darin zu unterstützen lässt keinen Moment nach. Meine Zeit mit den Kinder ist unglaublich wertvoll für mich und in Kombination mit Vormittagen für meine Projekte und Idee ein absoluter Traum. Die Aufteilung ist gut und macht Sinn. Trotzdem entfernt es uns voneinander, weil ich keine Ahnung davon habe, wie man sich nach 27 Meetings ohne Pause fühlt und er keine Ahnung hat, wie es ist, wenn man sich von nörgelig-fiebrigen Kindern und Wäschebergen gleichzeitig über- und unterfordert fühlt.

Ich erinnere mich noch gut an die Tage und Wochen nach der Geburt von der kleinen großen
Norali – alles war neu und fremd und schön und anstrengend und glücklich und die Brust tat weh. Und ich erinnere mich noch gut daran, dass ich einen Moment inne gehalten habe und mich von „Domi und Bini“ verabschiedet habe. Und wirklich, ehrlich traurig war, weil es uns nie, nie, nie wieder als „Nicht-Eltern“ geben wird. Und das ist gut so, weil ich mir diese Familie sehnlichst gewünscht habe und weil wir sie ja AUCH zusammen haben. Aber wir zwei, nur er und ich, oh Mann, das war schon sehr, sehr geil. Und ich war traurig, dass diese Phase in unserem Leben abgeschlossen ist.

So geht es mir auch heute noch manchmal. Manchmal vermisse ich uns. Manchmal habe ich aus dem Nichts heraus Visionen davon, wie wir sorglos und kinderfrei über eine sonnige Piazza irgendwo im Süden schlendern und zu zweit Wein trinken gehen. Manchmal träume ich davon, dass wir morgens aufwachen, dann mit einem Kaffee im Bett sitzen und dem Baum da draußen zuschauen, wie er sich in der Morgensonne hin- und her wiegt.

So wie heute morgen.

Die Kinder sind nämlich bei den Großeltern und wir hatten den herrlichsten Domi und Bini Morgen der Welt. Mit Kaffee und Ruhe und guten Gesprächen über kleine und große Dinge. Und natürlich über unsere Kinder. Zufällig haben wir nämlich die coolsten Kinder der Welt, das wissen wir beide ganz genau. Sie haben uns so sehr geprägt in den letzten Jahren. Sie bereichern unser Leben unmessbar.
An unserem schönen Morgen habe ich gemerkt: „Wir“ sind immer noch da. Und wir sollten uns ab und an Zeit nehmen, uns daran zu erinnern. Und dann wird auch schnell klar, dass wir uns immer noch einig sind (meistens), auch wenn der Alltag sich unterscheidet (sehr).

Wir werden nie wieder ein Studentenpaar sein, dass gemeinsam über Klausurphasen meckert und die Semsterferien genießt. Aber diese Phase ist eigentlich nur anders und nicht unbedingt schlechter. Vielleicht steckt in dieser neuen Alltags-Aufteilung auch die Chance, den anderen zu sehen und wert zu schätzen, gerade weil er eben anders ist. Und ganz egal, wie viel wir gemeinsam durchleben oder nicht, können wir uns gegenseitig anfeuern. Er kann sagen „boah, diese nörgeligen Kinder, da bist du echt super ruhig geblieben gerade und Danke für die sauberen Hemden“ und ich kann sagen, „klar, gern, die brauchst du ja für die 37 Meetings, die morgen anstehen und übrigens, bewundernswert, wie du das machst, so ganz ohne Pause.“

 

Hm. Ich glaube ich bin noch nicht ganz fertig mit diesem Thema. Aber ich habe das Gefühl, die Gedanken gehen schon mal in eine gute Richtung. :)
Mich würde wirklich brennend interessieren, wie es euch damit geht, mit den sich-verändernden-Beziehungen… Schreibt mir oder hinterlasst einen Kommentar! Bin gespannt!

Eine frieden-findende Bini

P.S. Womit ich meinen Frieden NICHT finde: dass wir kein, nicht ein aktuelles Foto von uns zu zweit haben. Weil wir Fotos zu zweit nicht mehr machen. Das ist wirklich nicht ok. Das werde ich ändern!

 

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Offizielle Stellungnahme [oder: der Schein trügt]

Café

Hier kommt eine offizielle Richtigstellung an alle, die am Freitag, 05.05.2017 zwischen 10:00-12:00 zu Gast im heimathafen Café waren und Augenzeugen eines gewöhnlichen und fröhlichen Familien-Frühstücks waren.

Dies war zu sehen [dies war nicht zu sehen]:

  • zwei suckersüße Kinder, höflich und niedlich
    [das tägliche Drama ums Schuhe anziehen. Kind 1 musste dazu erpresst werden, Kind 2 hat seine Schuhe im Wagen augenblicklich abgeschüttelt. Puh.]
  • ein Familienvater, der am Freitag Vormittag völlig entspannt mit seiner Familie frühstückt
    [hat gestern wieder 13 Stunden gearbeitet und hängt seiner Liste immer noch hinterher, von Entspannung also keine Spur]
  • die Kinder in stylischen, süßen Outfits
    [die ein pures Ablenkungsmanöver sind, weil sich die Kindesmutter nach fast zwei post-natalen Jahren immer noch unwohl in ihrer Haut fühlt]
  • beide Kinder können für ihr Alter unglaublich gut sprechen
    [aber leider nicht hören. Ihre Fähigkeit akustische Reize (von Mama) vollkommen auszublenden: hervorragend.]
  • ganz allgemeine und allumfassende Familienidylle, wie sie natürlicherweise vorkommt, wenn man Chaos-resistent, ultra-flexibel und anpassungfähig ist . Und bei optimaler Funktionsfähigkeit, auch unter ungünstigen Schlafbedingungen.
    [ich bin weder Chaos-resistent noch ultra-flexibel, habe einen schier unbezwingbaren eigenen Willen und ohne Schlaf = alles Mistekack]

So. Ich in froh, dass ich das mal klar stellen konnte. Ich glaube wirklich, dass wir manchmal so aussehen, als wäre alles Zuckerwatte. Ist es aber nicht.

Trotzdem bin ich super dankbar für diese Chaos-bringede, ungehorsame Bande. Weil sie meine Bande ist.

Eine klargestellte Bini

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32 Dinge. (Teil 2)

goldene Abendsonne
[Das gab’s hier zwar schon mal zu sehen, ist aber trotzdem mein zweites Lieblingsbild von mir mit 32. Und mit der kleinen Milia.]

Teil 1 der Geburtstagsdinge 1-16 sind hier!

17. Eigenlob stinkt, aber es steht trotzdem auf meiner to do Liste. Weil mich ja sonst keiner lobt. Wie auch. Etwa mit den Worten „Mama, diese Windel hast du wirklich mega mäßig gewickelt, echt supergeil!“? Oder „Mama, ich muss jetzt mal sagen, dass mich das total beeindruckt hat, dass du bei meinem Aufstand gerade so cool geblieben bist. Alle Achtung! Das hätte nicht jede geschafft!“ oder eher „boah Schatz, die Wohnung ist super ordentlich und ich kann sehen, dass du sie heute nicht ein, nicht zwei, nein DREI Mal komplett aufgeräumt hast, mit den kleinen Chaosmaschinen hinter dir! Echt krass, Respekt!“. Nee, das macht leider keiner. Also muss ich wohl selbst ran und mich erinnern, dass ich einige Sachen ganz schön gut mache. Oh ja.

18. Wie herrlich, wenn man Freunde vier Jahre lang nicht sieht und direkt wieder einsteigt, wo man aufgehört hat. Hurra! (Danke, Steffi!!)

19. Wie herrlich, wenn man jemanden zwei Mal gesehen hat und trotzdem auf sein Bauchgefühl hört, anruft und sagt „hey, wir kennen uns kaum, aber hast du Bock auf ein Hamburg-Wochenende ohne Kinder?“. Und wie schön, WIE SCHÖN, dass Rebecca ja gesagt hat! Hurra!

20. Nicht so schön, wenn man statt Hamburg ein Wochenende auf der Couch mit Magen-Darm verbringt. Mannomann. Aber oh, Krank sein DÜRFEN ist eine wahre Wonne. (weil die Kinder ja eh bei den Großeltern waren, konnte ich tagsüber 4 Stunden schlafen und nachts dann 11. Geil.)

21. Was tun mit der roten Bete aus der Frischekiste? Schöne neue Erfindung: Spagetthi Carbonara mit karamellisierter rote Bete. Hhhhmm… Rosa Spagetti – der Knaller auf einem Mädelsabend ;)

22. Noch eine schöne Erfindung: Das Spiel „ich lieb dich so sehr…“ („…dass ich alle möglichen verrückten Dinge für dich machen würde“). Mein Favorit von der kleinen großen Norali: „Ich lieb dich so sehr, wenn ich eine Fee wäre und an der Decke laufen könnte und du wärst ein Mensch und würdest auf dem Boden laufen, dann würde ich mich in einen Menschen verwandeln und mit dir auf dem Boden laufen.“ (Herz=gebrochen)

23. ich glaube jeder hat so ein oder zwei rote Tücher beim Thema Familie. Also etwas, das man nie, nie machen/haben/sein will. Für viele ist das der Mini-Van. Oder Club Urlaub. Für mich war das immer der Essensplan. Ich wollte nie, nie, nie einen Essensplan machen, sondern mich frei wie ein Vogel in meiner Küche fühlen. Und was war ich für ein kompletter Vogel. Ich habe angefangen einen Essenplan zu machen und nie wieder zurück geschaut. So viel Entspannung im fünf-Uhr-Tief, wenn die Kinder nörgelig werden und ich zeitgleich überlegen musste, was um alles in der Welt wir essen sollen. Ha! Größerwerden ist so cool.

24. Brush scripten macht mich glücklich. Und mit 32 habe ich angefangen meine Sachen auch zu verkaufen und das macht mich auch sehr glücklich. Ein Hoch auf JUNIQE!

25. eine der weltsüßesten Zeiten mit kleinen Kindern ist, wenn sie sprechen lernen. Aktuelle Lieblingsworte (von mir): „Kokidil“ und auch „Schokalade“. Die Worte um letzteres drumherum sind übrigens meist „Brot essen mag i nich, Schokalade haben?“ Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Tjaja. (korrekte Antwort: „ja, wenn du mit der Mama teilst“ ;))

26. unser Auto! Mit 32 war ich Teil eines Autokaufs (drei Parteien) und da wir unser Geld zusammen geschmissen haben, fahren wir zum ersten Mal im Leben keine Schrottkiste, hurra! Ich werde nie wieder ohne Sitzheizung leben können. Hach.

27. ich war 32 Jahre alt, als meine Großmutter gestorben ist, die 97 Jahre alt war. Sie hatte ein erfülltes Leben, das voller Dankbarkeit und ohne Schmerz und Qual zu Ende gehen durfte. Dafür war ich sehr dankbar. Geweint habe ich trotzdem tagelang und vermissen tue ich sie immer noch so sehr, dass es in meinem Hals weh tut, wenn ich an sie denke. Und mehr denn je bin ich von Herzen dankbar, dass wir im letzten Moment entschieden haben, unsere erste Tochter nach ihr zu benennen: Ursula. (Unser Freund Thomas ist überzeugt, mit 20 will die kleine Norali nur noch Ursula genannt werden, weil der Name so cool ist. Ha!) So tragend wir ein wenig von ihrem Erbe bei uns. Und ich werde sie nie, nie, nie vergessen.

28. Wenn innerhalb einer Woche aus dem engeren Kreis jemand stirbt, jemand geboren wird und jemand heiratet, wird einem bewusst: Wir sind mitten im Leben angekommen. These will be the „good ol‘ days“!! Dies sind die Hochzeiten und Geburten und Abschiede,  die wir feiern! This is it! Bemerkenswert.

29. Wenn man eine sponate Kurzreise nach Berlin plant, hüpft das Herz höher vor Freude. Wenn man dann tatsächlich seine gesamte Familie friedlich schlummernd im Bett zurück lässt, sticht es im Herz und man muss erkennen: Es ist unglaublich schön zu gehen und zugleich unglaublich schwer zu gehen. Hach. Aber Berlin. Berlin ist so was von herrlich. Wie konnte ich das zwischenzeitlich vergessen??

30. Die zwei besten Bücher, die ich mit 32 gelesen habe: „Where’d you go, Bernadette“ und „Present over perfect“ und „Big Magic„.  Allesamt herrlich. Das erste ist ein Roman, ein kleinwenig anstrengend, aber super geil, das zweite ist von der besten Autorin aller Zeiten und das dritte hat mich mehr über meine Kunst gelehrt, als ich sagen kann. Herrlich.

31. Kaum zu glauben, wir schwer es ist, auf 32 Dinge zu kommen. Wie gut, dass meine Freundin Franzi mich daran erinnert hat, was ich in der Dankbarkeit-Runde an Thanksgiving erzählt hatte: Ich bin dankbar für den Moment, in dem ich meine Kinder wirklich SEHE. Wie zum Beispiel bei einem hektischen Mama-Norali-Ausflug zur Chocolaterie. Alles ging unterwegs schief und wir hatten nur wenig Zeit, aber der Moment, in dem ich bewusst wahrgenommen habe, wie sie aussah beim Essen: wunderschön und völlig vertieft in schokoladiges Glück, hach, die pure Herrlichkeit.

32. Es ist zwar wirklich offensichtlich, aber ich schreibe es trotzdem nochmal: Meine Töchter und mich verbindet ganz klar: Schokalade. Hhmmmm.

Geschafft! Hurra! Dann ist auch wieder Platz für andere blogposts.
(Aber nur, wenn niemand krank wird…)

Eine 33jährige Bini

 

 

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32 Dinge. (Teil 1)

bestes Bild mit 32
[
mein Lieblingsbild mit 32. Meine Mädchen und ich beim Kuchen backen an einem Freitag im Herbst. Ein Alltagsmoment und eine schöne Erinnerung, hach.]

Seit jeher (also blog-technisch gesehen) ist es Tradition, dass ich am Vorabend meines Geburtstages darüber siniere, was das letzte Lebensjahr alles Schönes, Bemerkenswertes, Verrücktes oder Profanes mit sich gebracht hat. Da ich mich neuerdings frei fühle derartiges auch mit mehreren Wochen Verzögerung zu posten, kommen hier 32 Dinge. (und weil die Anzahl der Dinge immer größer wird – logisch – kommen sie diesmal in zwei Teilen.)

  1. 32? Es gibt bessere Jahre.
  2. zum Beispiel 33, juhuu!
  3. Obwohl 32 auch wirklich gute Seiten hatte.
  4. Aber mir fällt keine ein.
  5.  nagutok. Mit 32 habe ich gelernt, dass es etwas gibt, dass mich durch schwere Zeiten und anstrengende Phasen und Krankheit und Elend hindurch trägt. Etwas, das mich jeden Morgen glücklich macht und nachts nicht schlafen lässt. Dieses Etwas heißt iced coffee und ist die Liebe meines Lebens. (erstaunlicherweise treffen all diese Atribute auch auf meinen netten Freund Gott zu. Außer dass der mich freundlicherweise nachts schlafen lässt. Gott ist also noch ein bisschen cooler als Kaffee. Und das will wirklich was heißen!)
  6. Ich habe gelernt, dass sich Freundschaften, die wirklich gut sind, dehen können wie Kaugummi. Eine zeitlang denkt man, der Faden wird so dünn, dass man ihn kaum mehr sieht und auch nicht merken würde, wenn er reißt. Aber er reißt nicht und wenn man wieder zusammen gezogen wird, klebt man wieder aneinander wie früher. Hihi.
  7. Trotzdem habe ich keinen meiner Freunde in den ersten drei Wochen Elternzeit-Reise vermisst. Aber Lady Mary habe ich vermisst. Aus Downton Abbey. Muss ich mir Sorgen machen?!?
  8. Einer der schönsten Momente des Jahres war, dass ich am Tiefpunkt der Elternzeitreise mit meiner Freundin Christiane telefonieren konnte. Nach drei Wochen mit Mann und Kindern und Strapapzen, die ihresgleichen suchen, tut eine echte, wahre Freundin am Telefon unvorstellbar gut. Hach, herrlich.
  9. Wenn man einen Vorschlag aus Hape Kerkelings Buch „ich bin dann mal weg“ ausprobiert und sich einen schönen Kaffee „vom Universum wünscht“ und über Umwege dazu gelangt, mit einem Mc Donalds Cappuchino (!) auf dem McDonalds Parkplatz zu sitzen, mit kaputtem Dachfenster und es DANN seit fünf Wochen zum ersten Mal regnet – dann hebt man seine Hände zum Universum und sagt: „Du bist scheiße. Gott, bitte, bitte hilf du mir jetzt!“
  10. Ah! Mir ist eine unglauliche Errungenschaft meines 32. Lebensjahres eingefallen! Ich bin jetzt Teil einer Autorengruppe! Autorenselbsthilfegruppe, um genau zu sein. Aber wenn man Nadine und Benjamin an seiner Seite hat, dann kann das nur ein lustiger Abend werden. (auch wenn sich meine Autrorentätigkeit momentan darauf beschränkt, in sehr unregelmäßigen Abständen diesen blog zu schreiben und auch die Geburtstagkarten an die Mitarbeiter der Kindertagestätte meiner Kinder zu verfassen. Oh ja. Da gebe ich all mein Herzblut rein. Veröffentlich wird das aber hoffentlich niemals!)
  11. ich habe meine 1. grüne Hose gekauft. Endlich mal Farbe neben dem Mann mit den bunten Hosen!
  12. Der Mann mit den bunten Hosen und ich, wir sind recht glücklich. Meistens. Die Ehe an sich ist aber weder gesichert, noch läuft sie von alleine rund. Ganz im Gegenteil, mit 32 musste ich lernen, dass echt liebe Menschen durch echt blöde Trennungen gehen, obwohl niemand das jemals wollte. Und dass wir in dieser Sache mit der Ehe dringend zusammen halten müssen, weil ich keine Sekunde glaube, dass das für irgend jemanden einfach ist und immer glatt läuft. Also habe ich angefangen, die netten Menschen in meinem Umfeld zu fragen: „was denkst du über’s Wetter, wie sieht’s im Job aus und wie geht’s deiner Ehe?“ Erstmal komisch, gewöhnt man sich aber dran. Und die Gespräche, die entstehen, sind echt z.T. krass und immer wertvoll.
  13. Wer noch keinen regelmäßigen Mädelsabend in seinem Leben installiert hat, sollte dies unbedingt tun. Kann ich nur empfehlen. (Außer man ist ein Mann. Dann brauch man das mit dem Mädeslabend nicht so, schätze ich)
  14. Im letzten Herbst hat mein Mann mich endlich zu der Sache mit den freien Nachmittagen (aka Mädels bei Großeltern) überreden können. Was heißt überreden, machen wollte ich das durchaus auch, aber es hat erstmal Orga und Überwindung gekostet. Aber oh. Was für ein fataler Fehler, das nicht schon früher gemacht zu haben. Die pure Herrlichkeit.
  15. Im Januar war ich mein erstes Wochenende allein, ALLEIN unterwegs. Das wollte ich schon direkt nach dem Abstillen machen, hab es aber erst über ein halbes Jahr später geschafft. Aber oh. Was für ein fataler Fehler, das nicht schon früher gemacht zu haben. Die pure Herrlichkeit.
  16. mit 32 haben ich am Weihnachtsmorgen zum ersten Mal unsoufliert gehört: „du bist die beste Mama der Welt!!“ Nachsatz: „so einen Glitzerrock habe ich mir schon soooo lange gewünscht!“ Hach. Ich versteh das. (das mit dem Glitzerrock und das ich die beste Mama der Welt bin eigentlich auch, oh ja!)

Mehr kommt in Teil 2!

Eine nicht-mehr-ganz-32-jährige Bini

P.S. habe mal im Archiv gestöbert und tatsächlich 31 Dinge gefunden! Und sogar 28 Dinge!

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Von der Erfüllung meines Kindheitstraumes und anderer Big Magic.

Als ich 12 Jahre alt war, hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was mein großer Traum ist. Dieser große Traum hat sich 20 Jahre lang gehalten und ist heute, am 17.Januar 2017 um 9:15, in Erfüllung gegangen. Unter der Dusche. Und seither laufe ich auf einer Wolke und bin Gott ohne Ende dankbar.

Mein Traum mit 12 Jahre war: Ich möchte gerne Mutter und Schriftstellerin sein.

(In schlaflosen Nächten, nach kindlicher Verwüstung meines Wohnzimmers bis zur Unkenntlichkeit oder wenn ich meine Dreijährige in der KiTa um die Säule jage, weil ich gehen will, sie es aber lustiger findet um die Säule gejagt zu werden, ja, in solchen Momenten ist es durchaus hilfreich, sich ab und an zu erinnern: Das hier ist Teil meines großen Traumes. Hmja.)

Am Kinder-haben-Teil des Traums habe ich jetzt 4 Jahre intensiv gearbeitet. Was den zweiten Teil angeht, war ich bisher – so richtig schön Deutsch, wie ich nun mal bin – eher unsicher. Denn ich hab ja kein Zeugnis, keine Urkunde, niemanden, der mir sagt, das bist du. Bis heute morgen. Denn da stand ich unter Dusche und habe beschlossen, es mir einfach selber zu sagen. Laut.
„Ich bin eine Autorin. Ich bin Mutter, ich bin Künstlerin, ich schreibe. Nicht weil ich es irgendwo studiert habe, sondern weil ich es in mir trage. Weil ich mich selbst damit rette, jeden Tag, weil ich nur denken kann, wenn ich schreibe und weil ich schreiben will, solange ich denken kann. Das Schreiben hält mich am Leben, sowohl in den dunkelsten Durststrecken, als auch auf den Höhenflügen des Lebens und tief, tief drinnen weiß ich, ich will schreiben, weil es in mir ist.
Das, was ich will und kann und soll und muss und möchte, ist Schreiben.

I'm an artist, because I know.

DAS ist die Grundlage, meine Grundlage und darum geht es mir. Viel zu oft beschäftige ich mich mit der Frage, ob ich gelesen werde. Weil ich natürlich auch eine stolze Seite habe, die sich Anerkennung wünscht, die gerne erfolgreich ist (was auch immer das heißt), die gerne hört: gut gemacht. Aber heute habe ich fest gestellt: Um die Anerkennung von außen geht es nicht. Es geht nicht um die Bewertung des Ergebnisses. Es geht um den Prozess des Schreibens. Denn ganz ehrlich:

Warum ich schreibe.

Natürlich gibt es dazu ein „Trotzdem“.
Trotzdem bin ich super dankbar für alle, die hier lesen.
Trotzdem bin ich kein Einzelkämpfer, sondern muss alles was ich mache aus einer Art unkontrollierbarem Zwang heraus meinem Mann schicken, der in allen möglichen wichtigen Geschäftsterminen ein neues Bild mit neuen Klecksen bekommt oder einen neuen Text. [Er antwortet darauf für gewöhnlich sehr liebevoll und möglichst emoji-lastig :)] . Natürlich freue ich mich unglaublich darüber gelesen zu werden und noch viel mehr freue ich mich über eure Kommentare! Und natürlich habe ich viel zu lernen und brauche konstruktive Kritik und ein bisschen Begeisterung tut auch immer gut. Oh ja.

Darum von ganzem Herzen: Danke für’s Lesen.

Eine Bini, die schreibt

P.S. Ich bin natürlich nicht von ganz alleine auf diese glorreichen Gedanken gekommen, sondern wurde inspiriert von diesem wundervollen Buch von Elizabeth Gilbert, ja genau, dass ist die Autorin von „Eat, pray, love“, und sie hat diesen sehr inspirierenden TED talk gehalten vor einigen Jahren. Saucoole Frau. Ich kann „big magic“ nur dringend empfehlen. Dringend, dringend. Zusammen mit preisreduzierten Lindt-Schoko-Nikoläusen (es ist schließlich Januar!). Ha! Eine traumhafte Kombi :)

 

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Ungewöhnlicherweise: Heute wird Kunst verlost!

script school

Wer diesen blog ein wenig kennt, der weiß, dass ich kein großer Fan von Verlosungen bin. Aber seit einiger Zeit habe ich die große Freude meine Kunst auf juniqe.de zu verkaufen und jetzt habe ich die Möglichkeit bekommen 3 meiner Arbeiten zu verlosen (die Gewinner dürfen aussuchen welche). Darum gibt’s heute mal ungewöhnlicherweise eine Verlosung! Yeah!

Mitmachen kannst du, indem du in einem Kommentar unten schreibst, welches dein Lieblingsstück ist und warum. Angucken kannst du alle meine Sachen hier: juniqe.de/sabrina-hofmann
Die Gewinner werden heute um 22:30 gezogen. Bis dahin – viel Erfolg!

sript school

Man sagt ja immer, dass die Kunst selbst zu dem Betrachter sprechen soll und so. Darf sie ruhig. Ich will ihr da gar nicht ins Wort quatschen. Aber trotzdem ist es so, dass es meistens eine Geschichte zu den Worten gibt. Und darum will ich mal drei Geschichten von drei Arbeiten erzählen.

Mit dir.

Als der weltbeste Ehemann und ich unsere jetzige Wohnung renoviert haben, waren wir irgendwann angemessenerweise am Rande unserer Kräfte. Wir hatten Wände eingeschlagen, 300 qm Dielenboden geschliffen und gestrichen, die Küche lackiert. Wir hatten Gott sei Dank viel Hilfe. Aber ich hatte trotzdem nachts Alpträume davon, wie nasse Farbe die Wand hinunter läuft. Wir waren an der Grenze und zu allem Überfluss war Klausurenphase. Als wir dann im zweiten Stock im Büro vor der Entscheidung standen, ob wir den völlig vernagelten Boden rausmachen und die Dielen freilegen oder nicht, sprach eigentlich alles für „oder nicht“. Aber wir haben es gemacht. Wir haben gesagt – jetzt ist es eine kurze Qual, aber wir werden es lange genießen mit unserem schönen weißen Holzboden (und so ist es auch). Abends habe ich dem Dominik dann eine Karte geschrieben, mit einem Bild von uns in Boden-Schleif-Montur. Anstrengende Phasen sind anstrengend und zerren an der Ehe. Darum wollte ich festhalten, dass wir genau so sind und dass ich genau das mag an uns: Mit dir kann ich alles, mit dir will ich alles.

Letztendlich ist das Leben doch ein Fest.

Ein herrliches, herrliches Zitat von meiner Freundin Sophie (mit ihrer Erlaubnis, natürlich). Sophie ist eine dieser Freundinnen, die man monatelang nicht sieht, sich aber dann innerhalb von 5 Minuten in ein Gespräch über das Leben, die schönen und schweren Dinge, und überhaupt wieder findet. So einen Gespräch haben wir vor einigen Jahren über Whats App geführt, worin sie diesen glorreichen Satz schrieb. Herrlich. Und so wahr: Letztendlich ist das Leben doch ein Fest.

Gleich nochmal!

Das ist eigentlich ganz witzig, denn „Gleich nochmal!“ ist nämlich eigentlich nur ein Auszug von einer anderen Arbeit. Als ich mit dem brush scripten angefangen habe, ist meine Begeisterung und meine Leidenschaft mal wieder über die Realität des Übens gestolpert. Ich wollte nicht üben, ich wollte lieber direkt machen! Und das war verdammt schwer. Was mich dazu verleitet hat zu schreiben: „Ist das schwer! Gleich nochmal!“ denn das, ist so eine Art Grundeinstellung, die ich zu den schweren Anfängen aller guten Dinge habe. Irgendwie habe ich „Gleich nochmal!“ auch noch seperat geschrieben und dass ist bei der Auswahl durch juniqe dann genommen worden. Passt auf 1.001 Situationen. Aber mich wird es immer daran erinnern, wie sehr es sich lohnt trotz des schweren Anfangs zu sagen: Gleich nochmal!

So! Und jetzt bist du dran!
Eine pinselschwingende Bini

 

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Von grauen Haaren und Gnade.

today I want-1.jpg

Hach, das Mutter-Sein lehrt einen so unglaublich viel. Ob man mag oder nicht. (ich mag nicht)

Meine kleine Norali hat gerade wieder so eine Phase, in der ihre intrinsisch Motivation für profane Alltagstätigkeiten gegen Null geht. Oder eher unter Null. Wer hat schon Bock auf „Straßenschuhe aus, Hausschuhe an“ oder auch „Händewaschen vor dem Essen“ oder auch „das morgendliche Anziehen“.
Keiner.
Eben.
Und wenn man drei ist, dann hat man ja noch den unglaublichen Vorteil, sich als Alleinherrscher seiner kleinen Welt zu verstehen und darum die Dinge außerhalb des eigenen Interessensgebietes getrost übergehen zu können.

Und ich kriege graue Haare.

Weil ich mich anhöre wie eine kaputte Schallplatte und weil meine Nerven schon bessere Tage gesehen haben. Und darum gibt’s Zoff bei uns und ich HASSE das. Weil alle anderen Mamas dieser Welt in ruhigem, gelassenem aber bestimmten Ton ihre Kinder erziehen und ich die einzige bin, die manchmal Platzen könnte vor GRRR. (oder?)

Fakt ist jedenfalls – ich mag mich so nicht, bin nach jedem Donnerwetter traurig und will so nicht sein. Gott seid Dank (GOTTSEIDANK!) bekommen wir jeden Morgen eine neue Chance, an jedem neuen Tag. Darum habe ich beschlossen meine armen Nerven zu erholen und mir dann vor Augen halten, was mir wichtig ist. Und mir „etwas vor Augen halten“, das kann ich am besten im wahresten Sinne des Wortes. Darum habe ich auf meine Küchenwand geschrieben:

today I want-2.jpg

So kitschig es klingt, für mich zählen am Ende des Tages Liebe und Gnade. Dass ich meinen Kindern mit Liebe begegne (situationsbedingt streng und konsequent, aber auch mit Entschuldigung und istwiedergut) und mit Gnade. Gnade, für die kleinen Alleinherrscher, denen es weh tut ihr Zepter abzulegen und Gnade für die grauhaarige Mama, die genauso herrlich unperfekt ist, wie alle anderen grauhaarigen Mamas auch.

Und wer weiß, vielleicht stehen mir graue Haare sogar.

Eine begnadete Bini ;)

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Von geschorenem Haar und endloser Mama-Liebe

schöne Haare [Milia und ihre schönen Haare]

Letztens lag ich nachts wach. Also, erst hab ich geschlafen, aber die Milia nicht, dann hat sie geschlafen, aber ich nicht. Sie lag neben mir, hat unruhig geträumt, sich hin und her gewälzt und ich habe sie gestreichelt.

Und als ich ihre Haare gestreichelt habe, hatte ich einen dieser aberwitzigen, irrationalen Mama-Herz-Überqill-Momente. Ich habe gedacht:
„Ich hoffe, du rasierst dir nie deinen Kopf. Aber wenn doch, lieb ich dich trotzdem so sehr.
Ich hoffe, du vergisst nie, wie begeistert ich von dir bin. Aber wenn doch, lieb ich dich trotzdem so sehr.
Ich hoffe, du willst nie die Verbindung zwischen uns abbrechen. Aber wenn doch, lieb ich dich trotzdem so sehr.“

Und als ich mich heute morgen daran erinnert habe, musste ich lachen. Eine Tochter mit geschorenem Kopf, das wär schon was.

Ist das nicht unglaublich? Das man mit seinen Kindern eine Verbindung eingeht, die zur völlig idiotischen und selbstlosen Liebe führt? Ich hoffe ihre Haare bleiben auf dem Kopf und ich hoffe sie will immer ein Teil von meinem Leben sein. Aber selbst wenn sie mit Glatze auswandert und sich nie wieder meldet – ich werd sie immer lieben.

Eine endlos-liebende Bini

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Von goldener Herbst-Sonne

goldene Abendsonne
[
[goldene August-Abendsonne auf der Hochzeit von Andrea& Dan. Foto: Jonas Becker]

Meine geheime beste Freundin Shauna Niequist (sie weiß nichts von ihrem Glück, hihi), hat neulich im Savor-Buch über eine besondere Bibelstelle in Psalm 16,5-6 geschrieben. Es geht darin um das Erbe und um zugeteiltes Land und um Zufriedenheit mit den Grenzen, die gesetzt sind. Dazu stand eine Einladung, sein Leben mal anzusehen und zu schaun, wie zufrieden man mit den eigenen Gegebenheiten und Grenzen so ist.

Und wenn ich das mal so frei formulieren darf: Meine Fresse.

Ich bin so unglaublich, unfassbar und unsagbar zufrieden. Und dankbar. Und glücklich. Für diese herrliche Familie, die ich haben darf, für dieses herrliche Leben, in dem ich drin stecke und mich nicht so recht erinnern kann, wie das alles so kam. Mein Herz platz vor Glück und goldener Herbst-Sonne.

Dann habe ich eine lustige kleine Unternehmung gemacht – mein Gott-Zeit-Schreibebuch mal ein Jahr zurück geblättert. Und wenn ich das mal so frei formulieren darf: Meine Fresse.

Vor einem Jahr bin ich förmlich ertrunken in Tränen, in Schmerz, in Anstrengungen mit den Kindern, in Überforderung und in Einsamkeit. AchduliebeZeit.

Und ich hoffe so so so sehr, dass irgendwo, irgendeine frisch-gebackene Mama (oder  eine sonstwo in den tobenden Wellen des Ozeans steckende Menschenseele) das hier liest und ich ihr sagen kann, was ich der Bini-vor-einem-Jahr so gerne sagen würde: Alles wird gut! Halte durch! Du schaffst das! Doch Mann, du machst das gut! Doch, doch, bestimmt wird es besser, ganz sicher! Und ehe du dich versiehst, sitzt du in goldener Herbst-Sonne und kannst dein Glück nicht fassen!
Die Wellen um die Geburt eines Kindes sind unsagbar schlimm für manche von uns. Aber der friedliche Sonnenuntergang, wenn alles geschafft ist, ist nicht weniger intensiv. Kopf hoch! Wenn sogar ich das geschafft habe, dann schaffst du das auch!

Eine Bini auf der anderen Seite des Sturms

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So gar nicht meine Art

*neue*Mütze*
[Hui. Dieses Foto ist 5 Jahre alt. Die Mütze also auch. Muss sie bald mal raus kramen!]

… hier so lange nicht zu schreiben.

Die Sache ist die. Ich denke im Moment viel darüber nach, warum das Leben manchmal so anstrengend ist. Und man von den verschiedenen Erwartungen – vor allem den eigenen – so in die Knie gezwungen wird.

Ab und zu sitze ich der Illusion auf, dass es nur mir so geht. Das alle anderen besser organisiert sind. (Organisiert! Das wäre überhaupt die Lösung! Warum bin ich nicht besser organisiert?!) Aber in Wahrheit glaube ich an die Wahrheit – alle haben es irgendwo schwer.
(Und ganz ehrlich, zu hohe Erwartungen bekämpfen ist natürlich Meckern auf hohem Niveau)

Jedenfalls habe ich mich gefragt, wenn man es besser machen will, wo man da anfängt und aufhört und überhaupt. Wenn ich meine Erwartungen gern ein wenig runterschrauben würde, in leisere, schlichtere, entspanntere Töne, WIE soll ich das denn machen?

Bis ich neulich eine inhaltlich ähnliche Nachricht von zwei verschiedenen, neuen Freundinnen bekam: „Sorry, dass ich mich nicht früher gemeldet habe, ist so gar nicht meine Art, eigentlich.“

Hm.

Das ist mir besonders deshalb aufgefallen, weil ich genau das auch immer schreibe. Und sage. Und viel denke. Ich will keinen falschen Eindruck erwecken; so spät, unpünktlich, unzuverlässig und schusselig bin ich eigentlich nicht. Bloß dann ist es mir leider wie Schuppen von den Augen gefallen – was, wenn doch? Was wenn ich dabei tatsächlich den richtigen Eindruck erwecke, weil ich in Wahrheit ein wenig spät, unzuverlässig und ganz besonders unpünktlich bin? Weil ich mehr vergesse, als ich möchte und weil ich – jetzt kommt’s – keine Kraft und keine Lust habe, besser organisiert zu sein.
Und welche Freiheit läge wohl darin, mich einfach so zu akzeptieren, wie ich bin und dem eigenen Richter mal getrost und gepflegt die kalte Schulter zu zeigen? Ich glaube große Freiheit.

Natürlich darf so eine Selbsterkenntnis nicht ungesund werden. Ich bin ja schließlich immernoch deutsch. Ich werde brav und anständig und gewissenhaft und zuverlässig all meine vielen Kinder zu all ihren vielen  Vorsorgeuntersuchungen bringen. Aber wir werden dort (wie immer) 5 Minuten zu spät ankommen.

Denn das ist genau meine Art.

Eine artige Bini

P.S. Meine Freundinnen und ihre Nachrichten haben diese Gedanken zwar in mir angestoßen, aber ihre Motivation ist natürlich nochmal anders, weil ein Gegenüber im Spiel ist. Die beiden wollten nicht, dass ich mich vergessen fühle. Ich sprech daher – wie immer eigentlich – nur für mich.

P.P.S. Ich frag ja selten meine Leser irgendwas, aber das Thema macht mich neugierig. Darum erstmal: Hallo? Ist noch irgend jemand da? Und: Kennst du das? Was sind Dinge, die du von dir erwartest, obwohl du eigentlich anders bist? (bin ich am Ende doch die einzige? Nein, ich weiß :))

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JETZT

Maiwaldmädchen[Jedes Jahr im Mai mache ich ein Shooting mit dem Maiwaldmädchen. Weil der Maiwald der Grünste von allen ist und weil nur ein Mädchen den Wald noch schöner machen kann. Diesmal waren es gleich drei und zum ersten Mal war ich selbst dabei.]

Ich bin momentan ein wenig aus der Puste. Das hat viele Gründe: Krank-sein, Müdigkeit, der weltbeste Ehemann ist oft abends im Einsatz (uuäääh!) und die kleine Norali ist momentan öfter zu Hause, als in der Krippe.

Gestern Abend dachte ich, voll im 17:00-Tief gefangen, „Es ist einfach soooo anstrengend, jetzt noch Kraft für’s Zubett bringen zu sammeln. Ich brauche einfach nur einen Feierabend und muss da jetzt noch alleine durch. Das ist doch kein Leben.“

Und ein wenig später hat mich irgendeine Kleinigkeit an New York erinnert, an eins meiner Lieblingscafés. Und für einen Moment hatte ich es ganz klar vor mir, den speziellen Kaffeeduft, die leisen Akustik Chill-out Klänge, den tattowierten Hipster, der bediente um sich seine Musik-Karriere zu finanzieren. Herrlich.
Und ich weiß es noch ganz genau, die Nacht in Brooklyn, als ich auf einem meiner Lieblingsblogs von der Ankunft des 3. kleinen Mädchens gelesen habe und es mich irgendwie so aufgewühlt hat, dass ich nicht schlafen konnte und stattdessen mit offenen Augen von unseren zukünftigen Kindern geträumt habe.
An dieser Stelle müsste der berühmte Filmriss kommen, ein lautes Quietschen, ein STOP. Moment mal. Habe ich tatsächlich IN NEW YORK GELEBT und davon geträumt, Kinder zu haben? Habe ich tatsächlich ZWEI EIGENE HERRLICHE MÄDCHEN und träume von New York? Bin ich komplett bescheuert?
Ich denke nicht. Hoffe ich zumindest :)

Aber es ist lohnenswert darüber nach zu denken. Ist das eine typische Ilsebill-Geschichte, die Frau des Fischers aus dem Grimm Märchen, die immer mehr haben wollte und immer was Neues, Anderes, Größeres, die nie zufrieden war? Oder liegt es eher daran, dass ich schon lange weiß, dass ich beides in mir trage. „Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust“ hat Goethes Faust gesagt. So fühle ich mich mit der Kunst, dem wilden, kreativen Leben, dem Tatendrang und der Schaffenskraft  VERSUS dem tiefen, inneren, festen, auch wildentschlossenen Bedürfnis all meine Liebe und Kraft meinen Kindern zu geben, sie zu schützen und sie an zu feuern, sie zu trösten und ihnen durch ihr Leben zu helfen.

„Vielleicht“, habe ich dann gedacht, „vielleicht wird es besser, wenn es ein wenig ausgeglichener ist. In NY war ganz extrem die erste Seite gefragt, mein Mutterherz war vollkommen unausgelastet. Jetzt ist es umgekehrt, das Mutterherz kommt VOLL auf seine Kosten, aber für den Künstler bleibt kaum Gelegenheit nach Luft zu schnappen. Wenn die Kinder etwas größer sind wird das doch bestimmt besser. Oder?
Oh nein. Ich will nicht mehr warten. Keine Sekunde länger will ich warten. Ich habe genug gewartet. Ich will mich jetzt ins Leben stürzen, in diesen Abend heute, an dem ich meine Mädchen ganz alleine in den Schlaf singen& kuscheln werde, in die handverlesenen Momente, in denen mich die Muse küsst, in alle Müdigkeit und alles puren Glück. So ist das Leben. Und ich will es JETZT genießen.

Maiwaldmädchen

Oh ja.

Eine Bini-im-Jetzt

 

Kommentare 2

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte *

3 Mädchen
*außer zum Thema Kinder.

Dazu sagt dieses Bild absolut gar nichts. Also doch, schon, es sagt eine Menge, aber ich müsste noch 1.000 Worte hinzu fügen, um der Sache gerecht zu werden.

Das Bild sagt nicht, dass schon vor dem Frühstück allerseits eine solche Verzweiflung herrschte, dass ein Mädchen-Haarband-Partnerlook die einzige Rettung war.

Das Bild sagt nicht, dass der Rest der Wohnung ein einziges Chaos ist, in dem sich benutzte Kaffeetassen in Wäschebergen verstecken (ok, das ist übertrieben, aber auch nur ein bisschen). 

3 Mädchen

Das Bild sagt nicht, zumindest nicht in der Wucht, in der ich es fühle, wie unfassbar schön meine Mädchen sind.

Das Bild sagt nicht, wie herrlich sich ihr Lachen anhört.

Das Bild sagt nicht, dass ich unter 3 Kaffee den Tag nicht schaffe.

3 Mädchen

Das Bild sagt nicht, dass mich Noralis Ideen und Aussprüche täglich zum Lachen bringen und Milias breites Grinsen die Welt schöner macht.

Das Bild sagt nicht, dass mir nach unzähligen Krankheitstagen (Scharlach! Zähne! Grippe! Magen-Darm! Schnupfen! Zähne! Wachstumsschub! Achjaunddie ZÄHNE!) langsam die Puste ausgeht.

3 Mädchen

Es ist in echt nicht so leicht, wie es aussieht. Sonder superschwer.
Es ist in echt nicht so schön, wie es aussieht. Sondern noch viel, viel, viel schöner.

Eine  Bini im Mädchen-Haarband-Partnerlook

P.S. Das ist eigentlich einen eigenen Beitrag wert, aber egal,  jetzt kommt’s im PS: Seit kurzem kann meine Kunst kaufen – hurra!!!!! Und zwar hier: juniqe.de/sabrina-hofmann