Archiv des Monats “August 2019

Kommentare 0

Kurzer Lagebericht aus dem „Gröbsten“.

„Meine Kinder sind aus dem Gröbsten raus“, sagen die Leute. Aber niemand, wirklich niemand sagt dir zur Geburt: „Das Gröbste hast du jetzt vor dir!“

Jedenfalls: wir sind mittendrin im Gröbsten. Da hat man natürlich keine Zeit. Darum folgt hier eine kurze, unzusammenhängende Zusammenfassung davon, was ist, was war und wie wir überhaupt klar kommen.

  • drei Kinder sind furchtbar viele Kinder.  1.) drei Kinder sind mehr als alle Erwachsenen unserer Familie zusammengezählt 2.) drei Kinder sind mehr als ein Mensch Hände hat. Oh ja. Das wussten wir natürlich alles in der Theorie schon vorher. Aber die Praxis ist halt die Praxis…
  • Wenn man eine anstrengende Schwangerschaft hatte, kann man sich wenigstens die ganze Zeit sagen „Gott sei Dank, wenigstens bin ich nicht mehr schwanger!“ Ha!
  • drei Wochen Kindergartenferien sind übrigens auch furchtbar viele Wochen Kindergartenferien. Da muss man in den „Urlaub“ fahren, der ganz bewusst in Anführungszeichen steht, denn sowas Urlaub zu nennen ist eigentlich schon eine Frechheit.
  • Wenn man nach dem „Urlaub“ noch Urlaub vom „Urlaub“ macht (zwei Nächte mit Mann und Baby im Hotel um die Ecke), dann hat man doch noch eine Chance auf beginnende Erholung.
  • Wenn man in diesem Urlaub vom „Urlaub“ am Frühstücksbüffet gefragt wird „Ist alles zu Ihrer Zufriedenheit, Madame?“, sagt man freundlich und völlig selbstbeherrscht „oh ja, vielen Dank.“ Was man eigentlich sagen will ist „OH, HELL YEAH. Fuck, YES. Bitte entschludigen Sie meine Aussprache, aber das hier ist der ganz, ganz heiße Scheiß! I’m living my best life.“  Dass jemand für mich Essen zubereitet hat (Lachsbrötchen, endlich, hurra!), das ich genießen darf, während der weltbeste Mann das Baby hält und das geschulte Personal ganz ordentlich mein Bett macht, ehrlich, da fällt mir nix anderes ein als „FUCK, YES!“
  • blogeinträge schreiben ist ja schon schwierig, aber sie auch zu veröffentlichen ist nahezu unmöglich. Alles oben stehende wurde vor 1 Monat verfasst. Inzischen ist ein bisschen was dazu gekommen.
  • Die Einschulung, achduliebeZeit! (die ist einen eigenen Eintrag Wert, das kann man nicht in einem Bulletpoint abfrühstücken).
  • schönster Vergesslichkeitsmoment: Beim Kinderarzt sage ich treuherzig, dass die Versichertenkarte noch nicht angekommen ist (man muss so ein Neugeborenes ja erstmal anmelden und so). Tja und als ich die Karte für die große Schwester rausholen will, finde ich dabei natürlich auch die Karte der kleinsten Schwester. Doch, doch, sie war schon bei mir angekommen und ich hab sie sogar in meinen Geldbeutel geräumt. Nur erinnert hab ich mich nicht daran.
  • Das Kindergartenkind muss vor 14:30 oder nach 15:00 geholt werden, das Schulkind muss pünktlich um 14:00 oder pünktlich um 15:00 geholt werden (und zwar pünktlich. Und aus der entgegengesetzten Richtung). Und das Baby hat um 15:00 Hunger. Ein logistischer Wahnsinn. Wenn man also mit dem Kindergartenkind vor 14:30 unterwegs ist zur Schule, muss man auf dem Weg abwägen, welche wichtigen Erziehungs-Prinzipien man zugunsten der schulisch eingeforderten Pünktlichkeit fallen lassen muss. Die zu klärende Frage ist außerdem: kostet es mehr Zeit in den Bäcker zu gehen (3 Minuten) oder zu sagen, „nein wir müssen weiter“ (5 Sekunden) mit dem Risiko einen Tobsuchtsanfall mit ungewissen zeitlichem Umfang (5-45 Min. Naja, eigentlich open end) auszulösen. Festzuhalten bleibt, dass wir in der ersten Schulwoche deutlich öfter als sonst Rosinenbrötchen gegessen haben (= täglich).
  • Wer drei Kinder am Abend allein ins Bett bringt, weil der heldenhafte Mann noch arbeiten muss, der sollte eine Medaille bekommen. Oder besser einen Pokal. In dem Pokal sollte nach Möglichkeit Ben& Jerry’s Eiscreme drin sein. Und zwar bis zum Rand.

Eine müde, müde Bini