Archiv vom “17. Januar 2017

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Von der Erfüllung meines Kindheitstraumes und anderer Big Magic.

Als ich 12 Jahre alt war, hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was mein großer Traum ist. Dieser große Traum hat sich 20 Jahre lang gehalten und ist heute, am 17.Januar 2017 um 9:15, in Erfüllung gegangen. Unter der Dusche. Und seither laufe ich auf einer Wolke und bin Gott ohne Ende dankbar.

Mein Traum mit 12 Jahre war: Ich möchte gerne Mutter und Schriftstellerin sein.

(In schlaflosen Nächten, nach kindlicher Verwüstung meines Wohnzimmers bis zur Unkenntlichkeit oder wenn ich meine Dreijährige in der KiTa um die Säule jage, weil ich gehen will, sie es aber lustiger findet um die Säule gejagt zu werden, ja, in solchen Momenten ist es durchaus hilfreich, sich ab und an zu erinnern: Das hier ist Teil meines großen Traumes. Hmja.)

Am Kinder-haben-Teil des Traums habe ich jetzt 4 Jahre intensiv gearbeitet. Was den zweiten Teil angeht, war ich bisher – so richtig schön Deutsch, wie ich nun mal bin – eher unsicher. Denn ich hab ja kein Zeugnis, keine Urkunde, niemanden, der mir sagt, das bist du. Bis heute morgen. Denn da stand ich unter Dusche und habe beschlossen, es mir einfach selber zu sagen. Laut.
„Ich bin eine Autorin. Ich bin Mutter, ich bin Künstlerin, ich schreibe. Nicht weil ich es irgendwo studiert habe, sondern weil ich es in mir trage. Weil ich mich selbst damit rette, jeden Tag, weil ich nur denken kann, wenn ich schreibe und weil ich schreiben will, solange ich denken kann. Das Schreiben hält mich am Leben, sowohl in den dunkelsten Durststrecken, als auch auf den Höhenflügen des Lebens und tief, tief drinnen weiß ich, ich will schreiben, weil es in mir ist.
Das, was ich will und kann und soll und muss und möchte, ist Schreiben.

I'm an artist, because I know.

DAS ist die Grundlage, meine Grundlage und darum geht es mir. Viel zu oft beschäftige ich mich mit der Frage, ob ich gelesen werde. Weil ich natürlich auch eine stolze Seite habe, die sich Anerkennung wünscht, die gerne erfolgreich ist (was auch immer das heißt), die gerne hört: gut gemacht. Aber heute habe ich fest gestellt: Um die Anerkennung von außen geht es nicht. Es geht nicht um die Bewertung des Ergebnisses. Es geht um den Prozess des Schreibens. Denn ganz ehrlich:

Warum ich schreibe.

Natürlich gibt es dazu ein „Trotzdem“.
Trotzdem bin ich super dankbar für alle, die hier lesen.
Trotzdem bin ich kein Einzelkämpfer, sondern muss alles was ich mache aus einer Art unkontrollierbarem Zwang heraus meinem Mann schicken, der in allen möglichen wichtigen Geschäftsterminen ein neues Bild mit neuen Klecksen bekommt oder einen neuen Text. [Er antwortet darauf für gewöhnlich sehr liebevoll und möglichst emoji-lastig :)] . Natürlich freue ich mich unglaublich darüber gelesen zu werden und noch viel mehr freue ich mich über eure Kommentare! Und natürlich habe ich viel zu lernen und brauche konstruktive Kritik und ein bisschen Begeisterung tut auch immer gut. Oh ja.

Darum von ganzem Herzen: Danke für’s Lesen.

Eine Bini, die schreibt

P.S. Ich bin natürlich nicht von ganz alleine auf diese glorreichen Gedanken gekommen, sondern wurde inspiriert von diesem wundervollen Buch von Elizabeth Gilbert, ja genau, dass ist die Autorin von „Eat, pray, love“, und sie hat diesen sehr inspirierenden TED talk gehalten vor einigen Jahren. Saucoole Frau. Ich kann „big magic“ nur dringend empfehlen. Dringend, dringend. Zusammen mit preisreduzierten Lindt-Schoko-Nikoläusen (es ist schließlich Januar!). Ha! Eine traumhafte Kombi :)