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Everything sucks.

17 weeks
[17 Wochen]

Gestern habe ich mich meinem Freund Gott einen Kaffee getrunken und mich über die Geschichte „Spuren im Sand“ geärgert. Dazu muss man wissen, dass ich mich sehr leicht und sehr schnell über so einiges ärgere im Moment. Auch über schöne Geschichten. Wer sie nicht kennt: Ein Mensch läuft am Strand entlang (ein Gleichnis für durch’s Leben laufen) , schaut mit Gott zurück und fragt ihn, warum es in den schweren Zeiten des Lebens nur eine Fussspur im Sand gibt, ob Gott ihn allein gelassen hätte. Und Gott antwortet, dass er ihn getragen habe.
Eine schöne Geschichte und eine schöne Vorstellung.
Aber warum, warum bitteschön hat der arme Mensch denn gar nicht mit bekommen, dass er getragen wird von Gott? Ich finde es herzlich frustrierend, wenn man zurück schaut und denkt „oh, was war ich allein und hab mich einsam gefühlt“ und dann sagt Gott, „nein in Wahrheit war ich da und habe dich getragen.“ Echt jetzt? Mann, ey.

Zum Glück ist Gott Gott und kommt auch mit einer gehörigen Portion Bini-Frust klar.
Und mit meinem Gebet heute (und gestern): Ich weiß, du bist da Gott, bitte lass es mich auch spüren! Ich weiß, du trägst mich durch meine emotionalen Turbulenzen, bitte lass es mich fühlen. Ich weiß, du bist stabil und felsenfest und immerimmergut, bitte hilft mir, mich daran zu erinnern.

Ich bin gespannt, was er macht. Und in der Zwischenzeit tanzen wir, bis es besser wird.
Eine getragene Bini

4 Kommentare

  1. silke aus hamburg

    ach bini, ich kann es dir so nachfühlen, wie es ist doof-schwanger zu sein. ich bin gerade damit durch und die erste zeit war wirklich schrecklich. mir haben tägliche fotografien schöner dinge geholfen und wenn es nur das foto aus dem bett war, weil nichts ging. das schöne ist, es geht vorbei – aber wenn man mitten drin steckt, denkt man, dass es nie endet.

    tja die sache mit gott hat wohl was mit vertrauen und Erfahrung zu tun. vielleicht hilft dir das gedicht HEBST von rilke da weiter. es ist so sanft und gottes hände sind es darin auch.

    Herbst (…)
    Und in den Nächten fällt die schwere Erde
    aus allen Sternen in die Einsamkeit.
    (…)
    Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
    unendlich sanft in seinen Händen hält.

    halt die ohren steif.

  2. Oh, Danke liebe Silke für deine ermutigenden Worte! Und es ist beruhigend, dass ich nicht die einzige bin, die das doof-schwanger sein kennt. (Gerade ist aber auch eine besonders doofe Woche. Es muss bald besser werden!)
    Ja, Gott hat sich direkt von mir herausfordern lassen und gemäß seiner Art extrem cool reagiert. Muss ich bald mal berichten. :) Liebe Grüße nach Hamburg!!

  3. Liane

    Liebe Bini,
    ich finde das echt toll, wie sehr du deinen Glauben lebst. Gott um dich hörst und fühlst und mit ihm sprichst.Bemerkenswert. Deine Eltern haben das ganz prima hinbekommen – das würde ich bei meiner Tochter auch gerne schaffen (denn die ist irgendwann mal ganz alleine auf dieser Welt, ohne Geschwister und mit „alten“ Eltern…). Irgendwem braucht man schließlich, der einem festen HALT im Leben gibt. Und Gott ist da die beständigste Person… Aber dazu müsste wohl ich erst einen so unerschütterlichen Glauben an Gott besitzen. Ich GLAUBE Aauch und ich spreche zu Gott, aber ich bin längst nicht so „verliebt“ und überzeugt, wie du….
    DAfür bewundere ich dich sehr….
    LG
    Liane

    Und erzähl mal, wie du zu diesem tollen Gottesbild gekommen bist….

  4. Danke für deinen Kommentar, liebe Liane (komme jetzt erst zum Antworten, weil krank und so, du verstehst :)).
    Ja, das ist so eine Sache mit dem Glauben. Und wie wir das schaffen, unseren Kindern von Gott zu erzählen.
    Um dir gleich mal ein wenig Druck zu nehmen: Meine Freundschaft mit Gott kommt nicht durch meine Eltern. Sie haben auf ihre eigene Weise einen Zugang zu Gott (und ja, sie haben sooo vieles sehr, sehr gut gemacht!). Aber ich bin nicht in einer „besonders gläubigen“ Familie aufgewachsen. Ich habe – erst im Konfiunterricht, dann in einem Jugendkreis – immer mehr über Gott gelernt und und nach und nach gemerkt, was für eine coole Socke er doch ist.
    Und heute ist mein Gebet, dass auch die kleine Norali die Gelegenheit hat, diesen so großen, so abenteuerlichen und so nahen Gott kennen zu lernen. (ich schreib dir mehr in einer Mail :)) Liebe Grüße!

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