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Über ein Papakind [und über Liebe, die bedingungslose].

Papakind-1Gestern war kein guter Tag für die kleine Norali und mich. Nach unserem Urlaub hatte sie – wie immer nach Urlauben – die ganz, ganz große Papa-Sehnsucht. Ist ja auch schöner, wenn er da ist, das sehe ich genauso.

Papakind-2
Papakind-2Papakind-2Papakind-1Aber gestern war es besonders schlimm. Nach dem Mittagschlaf stand sie völlig zerknautscht& verpennt in ihrem Bett, hat ganz herzzerreißend nach ihrem Papa gerufen hat und sich nicht trösten lassen, sondern in eine kleine emotionale Krise reingesteigert. Irgendwann habe ich die Mama in mir links liegen lassen und getan, was jedes Mädchen an meiner Stelle getan hätte –  auch geheult.

Weil es sich so doof anfühlt, die zweite Geige zu spielen. Weil ich mir so dämlich vorkomme, dass ich meinen Tag, meine Kraft, meinen Tatendrang, meine Energie, meine Liebe, fast all meine Zeit für sie aufwende und an ihr ausrichte und dann nur „Pappa?“ höre. Weil ich auch so vermisst und geliebt werden mag und nicht nur „auch gemocht“. Denn – na klar – sie mag mich sehr! Da bin ich mir sicher. Aber den Papa, den mag sie noch lieber. (Und ja, es ist krass sich so zu fühlen und noch krasser das so öffentlich zu zugeben. Aber ich glaube ehrlich gesagt, dass ich nicht die einzige bin, der es ab und an so geht. Hat jemand Tipps, Erfahrung, Ermutigung?)

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Für den Rest des Tages war ich ein wenig gebeutelt. Und am Abend habe ich Zeit mit meinem Freund Gott verbracht und darüber nachgedacht, wie traurig mich das macht. Aber als ich dann an sie gedacht habe, ist plötzlich alle Bitterkeit verflogen. Und mir ist klar geworden, dass ihre Zuneigung für mich nichts an meiner Zuneigung für sie ändert. Weil ich nichts dagegen tun kann, dass ich sie von ganzem Herzen, mit aller Kraft und ohne wenn und aber lieb habe. Dass ich mich nicht retten kann vor Begeisterung und dass meine Zusage für sie steht und niemals und durch nichts wanken wird. Ob sie mich mag oder nicht, ob sie mich traurig macht oder nicht, ob sie mich zur Weißglut bringt oder nicht, ob sie meine Zuneigung erwiedert oder nicht – es macht keinen Unterschied darin, wie unfassbar stark und fest und für immer ich sie lieber hab, als ich sagen kann.

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„Siehst du,“ sagt mein Freund Gott dann zu mir, „so geht’s mir mit dir auch.“ Oh, echt? So sieht Gott mich? Egal ob ich mir Zeit für ihn nehme oder nicht, ob ich versuche ihm Freude zu machen oder nicht, ob ich mein Leben mit ihm teile oder nicht, ob ich ihn traurig mache oder nicht, seine Zusage für mich steht felsenfest und er hat mich mehr lieb, als er mir sagen kann.

Krass. So ist das wohl mit der Liebe. Sie glaubt alles und hofft alles und gibt niemals auf. Und ich bin von ganzem Herzen dankbar dafür, so eine Liebe erleben zu dürfen – sie selber zu fühlen und mir sicher zu sein, dass sie mir genauso gilt.

Mamakind

Eine bedingungslose Bini

PS: Aber oh, wie war das schön, als die kleine Norali neulich nachts aufgewacht bist und auf Papas Arm nicht zur Ruhe kam und immerzu „Mama?“ gefragt hat. Und dann auf meinem Arm zufrieden eingeschlafen ist. Vielleicht hat sich das Mädchen in mir zu früh Sorgen gemacht und es sind doch nur Papa-Phasen und Mama-Phasen…

7 Kommentare

  1. Liane

    Hach, herrlich – das war wieder so wundervoll wie beim letzten mal geschrieben. BITTE mehr davon.
    Ja, ich kenn den Stich im Herzen, wenn das kleine Mädchen lieber vom Papa getröstet werden möchte, als von der Mama – aber manchmal (und das sag ich ganz leise) ist es auch schön, nicht immer die NUMMER EINS zu sein ;o)

  2. Ach, wie schön, liebe Liane, dass ich nicht allein bin ;)
    Glaube wirklich ich hab mich ein wenig hinein gesteigert – gerade haben wir echt eine sehr schöne Zeit zusammen. Und überhaupt, wer würde diesen Papa nicht wahnsinnig toll finden ;)
    Und Danke für deine Ermutigung!! Ich hab auch total Lust mehr zu schreiben (und ohne diese doofen Pausen dazwischen)! Liebe Grüße!

  3. Hach, Liebste Bini, ich fühle mit Dir. War bei mir ganz ähnlich. Über eine laaaaange Zeit. Es scheinen tatsächlich nur Phasen zu sein. Es gab wohl auch mal eine, als sie unfassbar anhänglich und fixiert auf mich war (die habe ich vor lauter Anstrengung wohl verdrängt). Andere können die noch in bunten Worten schildern. Und jetzt war ich mal ein paar Nächte am Stück weg und wurde ebenfalls schwer vermisst. Am Ende ist es doch so: Vermisst werden kann nur der, der nicht da ist. Jedes Nicht-Vermissen heißt vielleicht auch nur: „Du bist da! Viel und ausreichend! Ich bin das gewohnt und muss dich nicht vermissen. Danke dafür!“

  4. Liebe Debbie – du hast ja so Recht :) Danke für deine Worte! Ich habe außerdem fest gestellt, dass sie das Mama-Vermissen tatsächlich mit dem Krippen-Beginn überhaupt erst kennen gelernt hat. (Obwohl ich sehr dankbar bin, dass es sich in absolut guten Bahnen bewegt mit dem Mama-Vermissen! Sie findet die Krippe wundervoll :)) Und ja, im Grunde sind wohl alles Phasen…

  5. Siegfried

    Liebe Bini,

    zufällig bin ich auf deinen Blog gekommen. Bin übrigens DER Siegfried aus Darmstadt…
    Glaube mir, nach über 18 Jahren Papasein, dass mit dem Zweite-Reihe-Fühlen kennen auch Väter. Und dann bist du auf einmal wieder die wichtigste Person auf Erden. Und das Ablösen, das dauert wohl ein Leben lang. Wenn dich dann z. B. dein Baby Richtung Westafrika verlassen will und du nur zusehen kannst, weil du ihr nicht einmal im Notfall hinterhet fliegen könntest, weil du nicht ins Land gelassen würdest, weil dir tausend Impfungen fehlen … Siehe Vanessa@4-wessler.de
    Am Ende zählt, das du mit jedem Schritt Ablösen deinem Baby ein Stück Selbständigkeit geschenkt hast und sie damit gesegnet, eine eigene, starke Persönlichkeit zu werden. Das Wichtigste bei allem ist, dass du nie aufhörst, dein Baby bedingungslos zu lieben. So eie Papa im Himmel dich liebt.
    Viel Freude mit deiner Familie und Gottes Schutz,
    Siegfried.

  6. Siegfried

    SorrY, der Link ist
    Vanessa.4-wessler.de
    natürlich.
    Am besten von ganz unten hoch lesen!

  7. Hey lieber Siggi, es war sehr schön von dir zu lesen (auch wenn deine Nachricht im üblen Nebel des 1. Trimesters kam und daher so lange nicht beantwortet wurde…)! Wahnsinn, was für Abenteuer dein kleines, großes Mädchen jetzt erlebt! Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen, ein Glück wächst man als Eltern ständig mit, was? Danke für deine Worte und deine Ermutigung! Wenn dein Mädchen alleine nach Afrika aufbricht, dann bist du in Sachen Selbstwert stärken ganz offensichtlich ein Vorbild! ;) Viele liebe Grüße!! Bini

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