Archiv vom “30. Juni 2014

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…und dann war es ein Jahr später.

Ich weiß nicht, wie das passieren konnte, dass ich hier ein Jahr lang nichts geschrieben habe.

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Ha! Doch, ich weiß es zufällig sehr genau. Dieses herrliche Kind ist passiert. Mein Leben stand Kopf und steht es heute immernoch.
Wenn man Mutter wird, fragen einen ja viele Leute, wie es so ist Mutter zu werden. Und ich fürchte immer, dass ich mit meiner Antwort nur den Wunsch wecke, die Frage nie gestellt zu haben. Sie ist lang und lautet ungefähr: Krass. Extrem. Alles daran ist extrem. Die Veränderung, die unfassbare, grenzenlose Begeisterung für diesen kleinen Menschen, die Abgründe, die sich körperlich, emotional und Schlaf-technisch auftun. Das Ringen mit neuen Sichtweisen des Lebens, vor sich selbst zugeben müssen, dass sich die Einstellung ändert. Die unglaubliche Verknappung der eigenen Zeit ertragen. Die erfrischende Abkehr von der Fokussierung auf sich selbst. Es ist hart und es ist schön. Man langweilt sich. Man ist überfordert. Man macht langweilige Sachen und wundert sich, dass man sich nicht langweilt. Das und noch ungefähr 1.000 andere kleine Sachen.

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Kinder kriegen, das machen die Menschen überall auf der Welt, schon immer. Und erleben es sicherlich sehr unterschiedlich. Aber für mich ist es mit Abstand das krasseste und umwerfenste Erlebnis meines Lebens. Und ich bin noch ein Jahr später nicht sicher, dass ich es wirklich verstehe. Und darum habe ich entschieden, hier wieder mit dem Schreiben anzufangen. Weil ich 2 Sachen fest glaube: dass es für mich eine heilsame Sache ist, das mit dem Schreiben und dass es für alle eine wunderbare Sache ist, das mit dem Teilen (und sich hoffentlich ein wenig verbunden fühlen). Darum schreibe ich. Und darum freue ich mich, wenn du es liest.

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Willkommen zurück! Das wird ein Spaß!

Eine einmal-auf-den-Kopf-gestellte Bini

P.S. Um hier auch noch ein, zwei Worte über die kleine Norali zu verlieren: Sie ist unfassbar toll. Ganz und gar. Wir gehören zu diesen bescheuerten Eltern, die nicht fassen können, wie toll ihr Kind ist (auch wenn wir versuchen, dass nicht so doll nach außen zu tragen). Sie ist wild und furchtlos, sie lacht schelmisch und jammert manchmal tagelang. Sie ist ein ganz normales Kind und das beste der Welt in meinen Augen.
Das wollte ich nur mal sagen, nach all den Ausführungen über extreme Veränderung, Abgründe und Herausforderungen. Auch wenn das Mutter-werden für mich so extrem ist, ist meine Begeisterung für diesen kleinen Menschen auch sehr extrem. Und ich bereue nichts, oh nein.